Einblicke in die ASP-Kadaversuchenarbeit

Es ist Montag Morgen und es gilt das Auto zu packen. Gleich soll es wieder losgehen, nach Brandenburg, in eins der am stärksten von der ASP-gebeutelten Bundesländern, dicht an den Rändern der Oder im Grenzbereich zu Polen.

Nochmal ein Blick auf die Liste - was muss ich alles mitnehmen. Feste Schuhe, Gummistiefel, Handschuhe, robuste Hosen, signalfarbene Jacke und Kopfbedeckung, Handtücher, Hundeleinen, Schutzwesten, Schleppleinen, Halsbänder, Ortungsgeräte (Garmin, Dogtra etc.), Ladegräte, Hundefutter, Näpfe, Verbandszeug, als Jäger meinen Jagdschein, aber auch Waffe und Munition, Wasser in kleinen Flaschen, ein Messer macht auch Sinn. Hoffentlich habe ich nichts vergessen.

Dann die Hunde in ihre Box - und ab geht es - auf eine lange Reise  - immer mit ein wenig "mulmigem Gefühl" im Bauch - was wird uns diesmal wohl erwarten? Es ist anders als die Fahrten zu den Drückjagden im Herbst/Winter. Auch wenn es hier um Schwarzwild geht, es ist doch anders, ganz anders.

Dienstag Morgen - es ist 07:00 Uhr - gemeinsames Treffen zur Lagebesprechung. Jetzt schon 18 Grad Celsius - es wird heute sicher heiß. Wo geht's heute hin? Es wird wieder ein "Gummistiefel-Tag" - Sumpf und Schilf - da, wo man mit der Wärmebild-Drohne nicht gut arbeiten kann - das Schilf ist zu hoch - da müssen wir mit den Hunden suchen. Milliarden von Mücken inklusive - na Mahlzeit.

Nach einer kurzen und präzisen Einweisung geht es los. Die Organisatoren sind bestens vorbereitet. Nach wenigen Minuten wird dann das Einsatzfahrzeug bestiegen und es geht los. Es ist wieder eine bunt gemischte Truppe, auch 2 "Neulinge" sind dabei - nette Leute und nette Hunde. Übrigens - nicht alles Jagdhunde.

Angekommen im Einsatzgebiet werden die Hunde "angezogen" - die Elektronik der Navigation gecheckt - dann kommen alle über einer Karte zusammen - Absprache - wie gehen wir hier vor. Heute ist es nicht das Kerngebiet - sondern eine bisher unauffällig gebliebene Randzone. Die Hoffnung ist: NICHTS ZU FINDEN

Dann geht es in der vereinbarten Aufstellung los. Schon nach wenigen Schritten - Sumpf - Schilf - Faulgase - Schlamm - Totholz kreuz und quer. Aber genau das sind die Stellen, die infiziertes Schwarzwild aufsucht, um sich wegen des hohen Fiebers zu kühlen.

Ein Vorankommen ist nur im Zeitlupentempo möglich - der nächste Schritt könnte schon wieder ein "Steckenbleiben" oder auch "Einsinken" bedeuten. Zum Glück sind die Team-Kollegen nicht weit - man hilft sich gegenseitig - regelmäßiges Zurufen macht hier echt Sinn. 

Nach ca. 3 Stunden haben wir unser Etappen-Ziel erreicht - es gibt eine kurze Verschaufpause für Mensch und Hund. Gut, dass ich die kleine Wasserflasche dabei habe.

Nun liegt bis zur Mittagspause noch ein etwas "kleineres Suchengebiet" vor uns - zum Glück nicht mehr ganz so anstrengend, die Temperaturen sind inzwischen auf über 26 Grad Celsius gestiegen. Daher war es richtig, das schwerere Gebiet zuerst zu nehmen.

Erschöpft, aber auch glücklich, nichts gefunden zu haben, haben wir eine gemeinsame Mittagspause. Dank der Einsatzleitung vor Ort - bestens organisiert. Es gibt warmes, gutes Essen und wir können uns alle ein wenig erholen.

Inzwischen sind die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius gestiegen - jetzt wird noch einmal ein großes Gebiet durchsucht, aber eben nicht mehr ganz so schwer - offene Schilf- und Wiesenflächen - zum Glück weht hier ein wenig der Wind.

Gegen 16:00 Uhr sind wir wieder auf dem Rückweg zur Zentrale. Nun heißt es Hunde duschen, alle Ausrüstungsgegenstände desinfizieren. Gegen 17:00 Uhr ist alles soweit abgearbeitet - die Aufzeichnungen unserer Hundertungssysteme wurden inzwischen ausgelesen - quasi der Beleg für die Behörde, wo bereits gesucht wurde.

Nun ab in den Gasthof - Hunde versorgen - selber duschen und dann früh ins Bett - morgen geht es wieder früh los. 

Hoffentlich finden wir nichts!

 

Daniel Panzer / Battenberg

 

Einsatzbilder

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Die Bilder stammen allesamt aus Einsätzen in 2021!